Im Fokus der Veranstaltung stand die im Rahmen des boden:ständig-Projekts angelegte Mais-Demofläche. Hier wurden die Varianten „Pflug“ ausgangs des Winters sowie „Minimalbodenbearbeitung“ kurz vor der Mais-Aussaat verglichen. Die Variante Minimalbodenbearbeitung zeigte einen gleichmäßigeren Bestand mit starken Einzelpflanzen, die der Pflugvariante mindestens ebenbürtig waren. Auch in puncto Erosionsschutz und Wasserversickerung ist die Variante Minimalbodenbearbeitung zu bevorzugen, da der verbleibende Mulch an der Oberfläche den Boden bei Starkregenereignissen schützt und die Regenwurmpopulation stark von der Kombination aus nicht-wendender Bodenbearbeitung und intensivem Begrünungsanbau profitiert. Die Regenwürmer wiederum sind durch das Anlegen ihrer vertikalen Röhren einer der wichtigsten Faktoren für eine schnelle Wasserinfiltration.
Neben der Begutachtung der Demofläche durch Spaten- und Wurzeldiagnosen sowie vielen Diskussionen über die wichtigsten Stellschrauben für eine erfolgreiche Mulch- oder Direktsaat von Mais, wurden im Zuge des boden:stammtischs ein positives Fazit zu zwei Jahren boden:ständig-Beratung gezogen. Im Rahmen der landwirtschaftlichen Veranstaltungen wurde immer wieder deutlich, dass es gerade angesichts der „Kaugummi-Böden“ keine Pauschal-Lösungen gibt. Die Landwirte arbeiten in und mit der Natur und so gibt es immer ein Restrisiko - auch hinsichtlich möglicher Bodenerosion - im Ackerbau.
Der große Mehrwert der insgesamt acht boden:stammtische lag neben dem Sammeln von Erfahrungen auf Demoflächen und in interessanten Experten-Vorträgen vor allem im gemeinschaftlichen Miteinander und stets offenen Austausch der Dornheimer Landwirte. Dies zeichnet boden:ständig Birklingen-Dornheim besonders aus. Zum Schluß dankte Herr Herold (GeoTeam Bayreuth) besonders den Dornheimer Landwirten, die seit der ersten Veranstaltung Teil der boden:stammtische waren und als Ansprechpartner, Ideengeber sowie Ermöglicher von Demoflächen für ein erfolgreiches Projekt gesorgt haben! Das große Anliegen der Landwirte, dass sich die regionale Politik mehr für deren Tun interessiert, fand in der Teilnahme Bürgermeister Lenzers an einem boden:stammtisch erstes Gehör.
Fazit aus 3 Jahren boden:ständig Birklingen-Dornheim ist, dass die Landwirte durch ihre Abhängikeit von der Natur weiter flexibel und offen bleiben müssen, was Anbauverfahren betrifft und sich künftig mehr den Folgen des fortschreitenden Klimawandels (Starkregen, Bodenerosion, Trockenperioden etc.) stellen müssen. Hier wurde mit dem in Dornheim etablierten boden:ständig-Gedanken "Miteinander voneinader lernen!" bereits ein Grundstein gelegt.