Jonas Preinl (Fachplanung) und Felix Gleißner (Umsetzungsbegleiter) präsentierten den aktuellen Stand der Maßnahme M1c. Ziel ist es, den Oberflächenabfluss bei Starkregenereignissen zu bremsen und gezielt um die Ortschaft herum zu lenken und das mitgeführte Sediment zurückzuhalten. Bisher angedacht ist eine Flurneuordnung samt einem höhenlinienparallelen Agroforstsystem in Kombination mit Aufwallungen, Mulden und Absetzbecken. Im Rahmen der Flurneuordnung werden außerdem Flurstücke getauscht bzw. geschickt neu angeordnet, sodass eine hangparallele Bewirtschaftung ermöglicht wird. Ergänzend werden auch die LandwirtInnen im Projektgebiet dabei begleitet, mehr auf erosionsmindernde und grundwasserschonende Techniken umzustellen.
Über einen definierten Geländepunkt (Scheitelpunkt) könnte ein Großteil des ankommenden Wassers in eine Kette von kleineren in Reihe liegenden Mulden geleitet werden. Von dort aus erfolgt die kontrollierte Weiterführung in ein Absetzbeckenbecken und schließlich in angrenzende Waldflächen. Auf diese Weise könnten Wasser und Nährstoffe zurückgehalten, teilweise im Boden gespeichert und gezielt – fernab der Bebauung – in Richtung Rohrbach abgeführt werden.
Der zentrale Baustein der Planung ist ein Agroforststreifen. Durch die gezielte Integration von Gehölzen in die landwirtschaftliche Nutzung werden mehrere Effekte gleichzeitig erzielt: Die Gehölze stabilisieren den Boden, mindern Wind- und Wassererosion und verbessern durch erhöhte Verdunstung das Mikroklima. Gleichzeitig können sie langfristig wirtschaftliche Erträge, etwa in Form von Hackschnitzeln oder Wertholz, liefern.
Auch Starkregenereignisse, bei denen die Rückhaltekapazitäten der Mulden überschritten werden, sind berücksichtigt: Überschüssiges Wasser kann kontrolliert in den Wald geleitet werden. Dies kann zudem – insbesondere unter den Bedingungen des Klimawandels – einen positiven Beitrag zur Wasserversorgung und damit zur Stabilität der Waldbestände leisten.
In Abstimmung mit der fürstlichen Forstverwaltung werden derzeit die Detailplanungen weiter ausgearbeitet. Ziel ist es, den Erosionsschutz auf landwirtschaftlichen Flächen mit einer Verbesserung des Wasserhaushalts im Wald zu verbinden. Das fürstliche Haus begrüßt die aktuellen Planungen.
Zusätzlich wird geprüft, ob ein stillgelegter Hochbehälter des Zweckverbands Burgsalacher Juragruppe in das Konzept integriert werden kann. Dadurch könnte ein zusätzliches Rückhaltevolumen von ca. 100 m³ geschaffen werden.
Seit Mitte April läuft parallel die Abstimmung der aktuellen Planung mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege. Hintergrund ist ein Bodendenkmal, das von der Maßnahmenfläche auf am Rand angeschnitten wird. Ende Mai wurden die weiter verfeinerten Planungen erneut den Flächeneigentümerinnen und Flächeneigentümern vorgestellt. Diese signalisierten bereits prinzipielle Mitmachbereitschaft.
Das Vorhaben zeigt eindrucksvoll, dass gemeinsames Engagement den Unterschied macht: Wenn alle Beteiligten Mitmachbereitschaft zeigen und gemeinsam an einem Strang ziehen, entstehen tragfähige Lösungen und die Umsetzung kommt spürbar voran.