Zum Inhalt springen

Spaß beim Jahrhundertereignis

Staatspreis-Projekt hat sich bewährt

Projekt: Elsendorf
Bootspartie auf dem Rückhaltebecken Mergarethenthann
"Leider" steht hier nur selten Wasser
© Markus Huber

„2024 ist das Becken übrigens mal voll geworden. Nicht schlecht. Da sieht man, dass es Sinn macht. Und einige hatten ihren Spaß, die sind auf dem Becken Boot gefahren“, berichtet der Bürgermeister 2026 rückblickend. Nennenswerte Schäden unterhalb sind nicht bekannt, das Becken hat offenbar seinen Dienst getan.

Das Becken war gut gefüllt, aber noch nicht in Überlast. Nach dem vorliegenden Bildmaterial dürften etwa 15.000 m³ Wasser im Becken gewesen sein, das gut 20.000 m³ fasst. Zur Rekonstruktion des Ereignisses gibt es in unmittelbarer Nachbarschaft die Station Horneck des Deutschen Wetterdiensts. Sie verzeichnete in der Zeit einen Dauerregen mit 130 mm Niederschlag in 4 Tagen, davon 120 mm in 48 Stunden. Das war ein 100jährliches Ereignis.  Damit ist der Oberlauf des Elsendorfer Baches das zweite boden:ständig-Einzugsgebiet im Landkreis Kelheim, das ein nachweislich 100jährliches Ereignis erfolgreich bewältigt hat.

Solche Ereignisse sind nicht nur ein Testfall für das Becken, sondern auch für die Berechnungen. Das Becken Margarethenthann ist für ein 100jährliches Ereignis ausgelegt, allerdings wird bei einem – wie hier - sehr kleinen Einzugsgebiet von unter 200 ha mit entsprechend kurzer Fließzeit eher ein kurzes, heftiges Gewitter zur Bemessung heran gezogen. Was ergibt sich rechnerisch aus den bekannten Daten zu Becken und Niederschlag im Abgleich zum Füllstand des Beckens? Dazu kann man, bei Berechnung nach CN-Verfahren, von unterschiedlichen, jeweils durchaus begründbaren Annahmen ausgehen. In Folge unterscheiden sich auch die Ergebnisse deutlich:

  • Schlechter zur Beobachtung passen die Berechnungen, die den kompletten Dauerregen berücksichtigen, besser passen die Ergebnisse, die aus dem Niederschlag des 2. Tages abgeleitet sind und den ersten Tag als erhöhte Vorfeuchte darstellen. 
  • Deutlich schlechter zur Beobachtung passen die Berechnungen mit durchschnittlichen CN-Werten (wie sie dem üblichen Standard entsprechen), weit besser die mit saisonalen Werten nach Seibert & Auerswald.
Nächste Nachricht